Anna Karenina
, bis
Dauer: 2 h 20 min (inkl. Pause)
In seiner „Anna Karenina“ verwebt Tolstoi die Schicksale dreier Familien ineinander, an deren Beispiel er moralische Fragen zum Thema Ehebruch aufwirft, und im Zuge dessen die herrschende Gesellschaftsordnung kritisch unter die Lupe nimmt.
Anna kommt nach Moskau um in der Ehe ihres Bruders zu vermitteln, die nach einem Seitensprung Stepans in einer ernsten Krise steckt. Zwar gelingt es Stepan und Dolly wieder zu versöhnen, doch im Zuge dessen wird schnell offensichtlich, dass auch Annas Ehe mit dem Staatsbeamten Alexej Karenin bereits bessere Tage erlebt hat. Dies wird ihr klar, als sie den Grafen Wronski kennenlernt. Für den schwärmt auch Dollys Schwester Kitty, die deshalb den Heiratsantrag des mit Stepan befreundeten Gutsbesitzers Lewin ausschlägt.
Während sich Lewin und Kitty allen Widrigkeiten zum Trotz doch noch annähern, beginnen Wronski und Anna eine leidenschaftliche Affäre, die nicht ohne Folgen bleibt. Zwar kommt es zu einer kurzen Versöhnung der Eheleute, doch nach ihrer Genesung wendet sich Anna erneut Wronski zu und verlässt Karenin. Dass sie dadurch auch ihren Sohn Serjoscha aufgeben muss, stürzt sie in tiefe seelische Qualen, die permanent als dunkler Schatten über der neuen Beziehung schweben. Als Wronski Anna zur Scheidung drängt, sieht sie nur noch eine Möglichkeit ihren inneren Konflikt zu beenden.
„Romane schließen damit, dass Held und Heldin heiraten. Damit müsste man anfangen, aufhören aber damit, dass sie sich wieder trennen, das heißt befreien. Denn das Leben von Menschen so beschreiben, dass man mit der Schilderung der Hochzeit abbricht, ist nicht anders, als beschriebe man die Reise eines Mannes und bräche den Bericht an der Stelle ab, wo er Räubern in die Hände fällt.“
Leo Tolstoi